DPSG Diözesanversammlung Essen schließt die Jugendbildungsstätte Don Bosco in Hagen-Rummenohl zum Ende des Jahres 2026
Nach intensiven Beratungen hat der DPSG Diözesanverband Essen beschlossen, die Jugendbildungsstätte Don Bosco in Hagen-Rummenohl Ende 2026 zu schließen. Ein emotionaler Schritt – denn für viele war das Haus über Jahrzehnte hinweg das „Wohnzimmer des Verbandes“. Gründe sind vor allem finanzielle und bauliche Herausforderungen.
Der DPSG Diözesanverband Essen hat am 21. März 2026 auf seiner 123. Diözesanversammlung dem Antrag der Diözesanleitung zugestimmt, die Jugendbildungsstätte Don Bosco in Hagen-Rummenohl zum 31. Dezember 2026 zu schließen. Trotz der Zustimmung betonte die Versammlung, wie wichtig die Jugendbildungsstätte für den Verband und besonders die Region des Märkischen Kreises und der Stadt Hagen ist und war. Viele bezeichneten die Jugendbildungsstätte als das „Wohnzimmer des Verbandes“.
Allerdings wurde bereits seit vielen Jahren intensiv im Verband darüber beraten, unter welchen Bedingungen die Jugendbildungsstätte langfristig bestehen bleiben kann und welche Perspektiven für die Weiterführung realistisch sind. Diese Auseinandersetzung erfolgte vor dem Hintergrund sich verändernder finanzieller, struktureller und baulicher Rahmenbedingungen. Aufgrund einer Gesamtbewertung hat sich die Diözesanleitung der Deutschen Pfadfinder*innenschaft Sankt Georg im Bistum Essen zur Antragsstellung entschieden. Hierbei sind die finanziellen und baulichen Bedingungen im Vordergrund gewesen, da mittelfristig viele bauliche Veränderungen notwendig werden würden und langfristig viele finanzielle Mittel für diese Veränderungen nicht zur Verfügung stehen werden. Bereits heute fließen erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen des Verbandes in den laufenden Betrieb. Gleichzeitig ist es dem Verband wichtig, dass die eine Abwicklung sozialverträglich geschieht.
Die DPSG Diözesanversammlung stimmte nach vielen Beratungen im Vorfeld der Versammlung und nach einer Debatte auf der Versammlung dem Antrag zu. Damit endet die Geschichte der Jugendbildungsstätte Don Bosco nach genau 50 Jahren ihres Bestehens. Viele Menschen an Rhein, Ruhr, Volme und Lenne, nicht nur den Pfadfinder*innen, haben das Haus in guter Erinnerung. Eine Verabschiedung vom Haus wird in den kommenden Monaten geplant. Für Ausbildungsveranstaltungen und Wochenenden der Stämme und Stufen wird der Diözesanverband nun Kooperationen mit dem Bistum Essen und den anderen Nachbardiözesanverbänden anstreben.
"Das ist für die DPSG, aber auch für das Bistum Essen, ein schwerer und trauriger Tag", sagte Generalvikar Klaus Pfeffer, der selbst als Jugendlicher und junger Erwachsener in der Pfadfinderschaft engagiert war. Gemeinsam mit Björn Szymanowski, Bereichsleiter Pastoralentwicklung im Bischöflichen Generalvikariat, war der Generalvikar zum Austausch mit den Mitgliedern der DPSG zur Diözesanversammlung gekommen.
Die Jugendbildungsstätte in Rummenohl sei für die Pfadfinderinnen und Pfadfinder im Ruhrbistum über viele Jahrzehnte Heimat und Zentrum des Verbandes gewesen. "Darum kann ich erahnen, wie sehr der Abschied von diesem Ort viele schmerzt", so Pfeffer. Er zollte dem Verband deshalb großen Respekt vor dieser verantwortungsvollen Entscheidung, um die schon seit langer Zeit gerungen wurde - auch im Dialog mit den Verantwortlichen des Bistums sowie mit Unterstützung externer Beratung. Björn Szymanowski sicherte dem Verband die Unterstützung und Begleitung bei dem weiteren Prozess des Abschieds von Rummenohl und bei der Suche nach anderen Orten zu, die dem Verband in Zukunft Beheimatung bieten können. "Wir wissen um die enorme Bedeutung der DPSG und auch der anderen Jugendverbände in unserem Bistum", betonte Generalvikar Pfeffer. "Und ich weiß auch persönlich, wie sehr die Zeit in einem Jugendverband für das ganze Leben prägt und stärkt." Darum werde es auch weiterhin finanzielle Unterstützung für die Jugendverbandsarbeit geben. Nach der intensiven Diskussion zu sehr unterschiedlichen Fragen von Kirche und Gesellschaft stellte Pfeffer klar, dass es in der gesamte katholischen Kirche einen hohen Bedarf gebe, auf die Erfahrungen und Einschätzungen der Jugendverbände zu hören. "Wir laufen in der Kirche grad Gefahr, dass die älteren Generationen unter sich bleiben und der Kontakt zu Kindern und Jugendlichen verloren geht - das ist fatal."